Die St. Josef Schule, Private Klinikschule am Josefinum in Augsburg unterrichtet und fördert Schülerinnen und Schüler aller Schularten in kleineren Klassengruppen während der Zeit ihres (teil-) stationären Aufenthalts in der KJF Klinik Josefinum.
Der Unterricht an unserer staatlich anerkannten Klinikschule berücksichtigt vor allem Fächer, in denen die Inhalte aufeinander aufbauen und erfolgt unter Berücksichtigung der Pädagogik bei Krankheit.
Zur Schule gehört auch die ausgelagerte Klasse in der Therapeutischen Intensivgruppe „Leuchtturm“ des Frère-Roger-Kinderzentrums.
Schulleitung
Katja Seitz
St. Josef Schule,
Private Klinikschule am Josefinum, Augsburg, der KJF Klinik Josefinum gGmbH
Unsere Klinikschule besuchen Patientinnen und Patienten, die längerfristig im Josefinum in Augsburg behandelt werden.
Auf das jeweilige Therapiekonzept abgestimmt erhalten die Kinder und Jugendlichen bis zu 10 bzw. 12 Wochenstunden Unterricht in den jeweiligen Kernfächern ihrer Schulart. Wir unterrichten also Schülerinnen und Schüler aller Schularten, von der 1. bis zur 13. Jahrgangsstufe: Grundschule, Förderzentrum, Mittelschule, Realschule bzw. Gymnasium aber auch Berufliche Schulen und FOS/BOS. Je nach Lehrplan der jeweiligen Stammschule wird in enger Abstimmung mit allen Beteiligten ein sehr individuelles schulisches Konzept, passgenau auf die jeweiligen Kinder bzw. Jugendlichen, erstellt.
Neben der Erfüllung ihrer Schulpflicht haben Kinder und Jugendliche auch ein Recht auf Bildung. Diese Pflicht bzw. dieses Recht bleibt auch während Klinikaufenthalten bestehen. Häufig ist der Besuch der Schule auch Normalität bzw. Ablenkung zum Klinikaufenthalt.
Nach längeren oder wiederkehrenden Schulabwesenheiten lernen die Schülerinnen und Schüler an der Klinikschule, dass Unterricht wieder aushaltbar wird, entdecken eine gewisse Form von Leistungszufriedenheit und können gut in die Stammschule rückgeführt werden.
In der Klinikschule werden Kinder und Jugendliche in kleineren Klassengruppen mit bis zu 9 Schülerinnen und Schülern – sehr individuell je nach Leistungsvermögen, Belastbarkeit und Tagesform – unterrichtet. An jedem Unterrichtstag besuchen zwischen 95 bis 115 Schülerinnen und Schüler unsere Klinikschule.
Lehrkräfte unterschiedlicher Schularten
Die Patientinnen und Patienten werden von Lehrkräften nahezu aller Schularten in Klassengruppen und meist für zwei Stunden pro Tag unterrichtet. An unserer Schule arbeiten Grund- und Mittelschullehrkräfte, Lehrkräfte für Sonderpädagogik, Realschul- und Gymnasiallehrkräfte, eine heilpädagogische Unterrichtshilfe und eine pädagogische Unterstützungskraft.
Individuell konzipierter Unterricht
Der Unterricht wird durch besonders aus- und fortgebildete Lehrkräfte nach den Gesichtspunkten der Pädagogik bei Krankheit erteilt und höchst individuell für die Schülerin oder den Schüler konzipiert. Den Schwerpunkt bilden Kernfächer, die aufeinander aufbauen, damit die schulische Reintegration nach einer Entlassung wieder so nahtlos wie möglich gelingen kann. Dabei erhalten die Schülerinnen und Schüler so viel Unterstützung wie nötig und so viel Förderung wie möglich. Skills, wie sie im therapeutischen Setting eingeführt und genutzt werden, kommen im Unterricht selbstverständlich auch zur Anwendung.
In Abstimmung mit allen Beteiligten können und sollen auch Leistungsnachweise in das schulische Angebot eingebaut werden.
Enger Austausch mit der Klinik
Die Lehrkräfte stimmen sich regelmäßig und sehr intensiv mit den Kolleginnen und Kollegen der Klinik ab. Der enge Austausch findet mit dem Pflege- und Erziehungsdienst, den zuständigen Therapeutinnen und Therapeuten, Ärztinnen und Ärzten bzw. dem Sozialdienst statt. In manchen Fällen verzahnen wir unser Angebot mit den Inhalten der Lerntherapie.
Nach Anmeldung an der Klinikschule durch die Therapeutinnen und Therapeuten und einer vorliegenden Schweigepflichtentbindung durch die Sorgeberechtigten wenden wir uns standardmäßig an die jeweilige Stammschule, um individuelle Absprachen zur schulischen Förderung zu treffen. Punktuell bei Bedarf während des Aufenthalts, zur schulischen Reintegration bzw. nach Entlassung werden wichtige Informationen bzw. Empfehlungen weitergegeben, damit ein regelmäßiger Schulbesuch wieder gelingen kann.
Themen aus dem Kliniksetting, wie Diagnosen, therapeutische Maßnahmen, werden im Kontakt zur Stammschule nicht kommuniziert!
Natürlich erfolgt eine Rückmeldung über die bearbeiteten Inhalte, mögliche weitere Fördermaßnahmen bzw. Perspektiven im Rahmen der Schullaufbahnberatung. In enger Zusammenarbeit mit den therapeutischen Kolleginnen und Kollegen werden Empfehlungen für die Wiedereingliederungsphase an der Stammschule entwickelt.
Diese individuell konzipierten Maßnahmen werden gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Stammschule abgestimmt und anschließend durchgeführt.
Seit 2026 darf sich die St. Josef Schule als „Gute, gesunde Schule” bezeichnen. Wir wurden damit für unser Engagement in der Gesundheitsförderung an unserer Schule ausgezeichnet. Für Schülerinnen und Schüler entstand im Rahmen des Projekts eine Anregungsliste für ein gutes, gesundes und lernförderliches Klassenzimmer und für das Kollegium ist unter anderem ein pädagogisches „Erste-Hilfe-Heft“ entstanden.
Die St. Josef Schule hat seit 2025 die Auszeichnung Klimaschule in Bronze, die die Schule für ihr besonderes Engagement im Bereich der nachhaltigen Entwicklung würdigt. „Klima – wir machen es wieder prima!“: Unter diesem Leitspruch setzen sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte aktiv mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit auseinander. Der Slogan steht sinnbildlich für zahlreiche Maßnahmen, die fest im Schulalltag verankert sind, unter anderem der eigene Anbau von Gemüse und Kräutern, Projekttage zu Nachhaltigkeitsthemen oder Mülltrennung.
Die wichtigsten Antworten auf häufige Fragen rund um die Klinikschule:
Nach der aktuell gültigen Klinikschulordnung sind schulpflichtige Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit verpflichtet, am Unterricht teilzunehmen.
Natürlich wird im multidisziplinären Team der Klinik die Belastbarkeit und damit die Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen regelmäßig geprüft. Auch während des Unterrichts entscheidet die Lehrkraft, unter Umständen auch nach Rücksprache mit den Verantwortlichen der Klinik, ob ein Unterricht vorzeitig beendet wird.
Regelmäßige Absprachen mit der Stammschule zu schulischen Themen werden durch die Klassenleitungen der Klinikschule nach Erhalt der Schweigepflichtsentbindung veranlasst. Besonders intensiv arbeiten die Lehrkräfte der Stammschule mit uns nach Anmeldung in der Klinikschule, bei Leistungsnachweisen oder auch zur Wiedereingliederung bzw. zur Entlassung zusammen.
Erziehungsberechtigte unterstützen unsere Arbeit sehr, indem sie Schulbücher, Arbeitshefte und weitere Materialien von der Stammschule abholen und ihren Kindern mitgeben.
Nach den Eindrücken im Unterricht der Klinikschule und nach Sammlung aller am Prozess beteiligten Beobachtungen erfolgt je nach Bedarf eine Schullaufbahnberatung, um Schule für die Patientinnen und Patienten wieder aushaltbar werden zu lassen. Bei der Schullaufbahnberatung liegt der Fokus auf einer möglichst neutralen Einschätzung.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass die Entscheidung jeweils ausschließlich die Kinder oder Jugendlichen mit ihren Erziehungsberechtigten treffen. Ebenfalls eine Rolle spielt die Verfügbarkeit der jeweiligen Kapazitäten der Stammschule.
Nach der Einschätzung der Belastbarkeit durch die jeweiligen Therapeutinnen oder Therapeuten werden in enger Zusammenarbeit mit den Stammschulen Leistungsnachweise in der Klinikschule durchgeführt.
Auch Jahrgangsstufentests und Teile von Abschlussprüfungen können hier abgelegt werden.
Die Schülerinnen und Schüler werden in Klassengruppen eingeteilt. Die erste Klassengruppe hat Unterricht von 8.15 Uhr bis 9.45 Uhr, die zweite Klassengruppe von 10.15 Uhr bis 11.45 Uhr.
In therapeutisch indizierten Fällen bieten wir ausnahmsweise auch Einzelunterricht an.
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