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Das Bobath-Konzept
Datum: 05/22/2013
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Bobath ist keine reine Behandlung durch standardisierte Übungen, sondern eher ein 24-Stunden-Konzept.
Der Therapeut möchte durch spezielle Griff- und Haltungstechniken gelungene Bewegungsmuster anbahnen.
 
Der Behandelnde möchte das Kind von „innen“ her bewegen, damit es bald selbst die Initiative zur harmonischen Bewegung ergreifen kann. Denn Spürerfahrungen legen Spuren im Gehirn.
Erforschen und Entdecken ist der Grund aller Eigen-Motivation.
Gespür für sich zu entwickeln das Ziel.
 
Entwickelt von - Bertha Bobath, Gymnastiklehrerin *1907 und
- Karl Bobath, Neurologe und Psychiater *1906
 
Grundsätze:
Ø Beachten der Gesamtpersönlichkeit
Ø Kenntnis normaler Bewegungsmuster
Ø Genaue Beobachtung und Unterscheidung zwischen normaler und abnormaler Bewegung
Ø Erkennen abnormer Haltungsreaktionen, Primärmotorik, motorischer Lücken und deren Wirkung auf die Entwicklung
 
Inhibieren (= hemmen):
Ø Hemmen von pathologischen, kompensatorischen und assoziierten Bewegungen
Ø Normalisierung des Tonus zur Vorbereitung der Fazilitation physiologischer Bewegungsmuster
Ø Nutzung von Schlüsselpunkten à siehe „Handling“
 
Fazilitieren (= bahnen):
Ø Fördern von normalen, physiologischen Bewegungsmusternà Basis: normaler Tonus
Ø wichtig: propriozeptive und exterozeptive Reize
Ø bewirkt: Aufrichte-, Stütz- und Gleichgewichtsreaktionen
 
Die Therapie sollte ein funktioneller tonischer Dialog sein!
Das heißt, sie geschieht als Interaktion zwischen Kind und Therapeut auf Grundlage alltagsrelevanter Aktivitäten.
Nie am Defizit orientieren, sondern vor Behandlung beobachten:
Was kann das Kind? èdarauf aufbauen!
 
Behandlungsprinzipen:
 
Ø Vor Behandlung funktionellen Befund erheben
à was kann das Kind spontan? (Quantität)
à wie kann es das? (Qualität der Bewegung)
à warum tut es das auf diese Weise?
à Statomotorischer Befund (Vgl. zur Normalentwicklung)
 
Ø Hemmung und Tonusregulation
Ø Gefühl für Bewegung vermitteln à sensomotorische Erfahrung
 
Indikationen:
- Säuglinge mit Entwicklungsrückstand z.B. nach Frühgeburt
- Kinder mit Bewegungsstörungen z.B. Spastik, Muskeldystrophie
- unreife Frühgeborene
- leichte, zentrale Koordinationsstörungen mit und ohne Seitendifferenzen
- muskuläre Dystonie
- Verdacht auf Stoffwechselstörung mit Entwicklungsrückstand
- Trisomie 21 und andere SyndromeAte
- Schiefhals und andere Asymmetrien
 
 
HANDLING
 
Speziell für Säuglinge entwickelte Behandlungsmethode auf Grundlage des Bobath-Konzeptes.
 
Ziele:
  • Tonusregulation
  • Symmetrie
  • Körperwahrnehmung
  • Atmungsregulation bzw. -anpassung
  • Trinkförderung
 
Maßnahmen (insbesondere bei Frühchen)
Ø Begrenzung vermitteln à Propriozeption, Eigenwahrnehmung, Lagewechsel
Ø Atemtherapie
Ø Anbahnen von Kopfkontrolle und Stützaktivitäten
Ø Hand-Mund, -Hand-Kontakte

Mundtherapie mit Elementen aus dem Castillio-Morales-Konzept

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