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Effekt der Aktivierung ► Es wird angenommen, dass durch wiederholtes Auslösen der „reflexartigen“ Bewegungen es gewissermaßen zu „Freischaltungen“ oder Neuanbahnungen innerhalb funktionell blockierter nervlicher Netzwerke zwischen Gehirn und Rückenmark kommt. ► Der Effekt: Die bei spontanen Handlungen im Alltag benötigten unbewusst eingesetzten Muskelfunktionen besonders an der Wirbelsäule, aber auch an Armen und Beinen, Händen und Füßen sowie im Gesicht, werden therapeutisch in den bekannten angeborenen Bewegungskomplexen angebahnt und aktiviert. ► Je nach Krankheitsbild wird dadurch eine positive Veränderung der spontanen Haltung und Bewegung erreicht. ► Nach der Behandlung bleibt das Programm der Bewegungsmuster im Gehirn des Patienten noch unterschiedlich lang aktiv. So hält die spontane Zugriffsmöglichkeit des Patienten auf die aktivierten Muster bei täglich mehreren Behandlungsintervallen oftmals den ganzen Tag an und es wird beim Patienten eine dauerhafte verbesserte Haltung, Bewegung und Wahrnehmung erreicht. ► So gewinnt der bewegungsgestörte Patient auch bessere Fähigkeiten zur Kontaktaufnahme und Kommunikation. Die Durchführung ► Damit die Vojta-Therapie erfolgreich ist, muss sie in der Regel mehrmals (ggf. bis zu vier Mal) täglich durchgeführt werden. ► Eine Therapieeinheit dauert zwischen fünf und zwanzig Minuten. Da die Eltern bzw. die Bezugspersonen täglich die Therapie durchführen, spielen sie eine maßgebliche Rolle bei der Anwendung der Vojta-Therapie. Wirkung der Vojta-Methode Positive Wirkung auf: ► Skelettmuskulatur: • Die Wirbelsäule wird segmental gestreckt. • Der Kopf kann freier bewegt werden. • Es kommt zur Zentrierung der Gelenke. Das wird vor allem an den Schlüsselgelenken Hüfte und Schulter sichtbar. Dadurch werden Fehlhaltungen vermindert. • Die Hände und Füße lassen sich gezielter und umfangreicher für Stütz- und Greiffunktionen einsetzen. ► Gesichts- und Mundbereich • Saug-, Schluck- und Kaubewegungen werden erleichtert. • Die Augen können unabhängig vom Kopf und zielgerichteter bewegt werden. • Die Stimme wird lauter und kräftiger. • Der Zugriff auf die Sprache wird erleichtert und die Aussprache wird verständlicher. ► Vegetatives Nervensystem • Die Haut wird besser durchblutet. • Der Schlaf- Wachrhythmus verbessert sich. • Die regulierenden Funktionen von Darm und Harnblase werden aktiviert. ► Wahrnehmung • Die Gleichgewichtsreaktion wird verbessert. • Die Orientierung im Raum wird besser. • Die Empfindungen – kalt, warm. Spitz oder stumpf – werden stärker bzw. genauer. • Die eigene Körperwahrnehmung wird eindeutiger. • Das Erkennen von Formen und Strukturen ausschließlich durch Betasten (Stereognosie) wird besser. • Die Konzentrationsfähigkeit wird ausdauernder und flexibler. ► Atemfunktion • Der Brustkorb weitet sich. • Die Atmung wird tiefer und konstanter. ► Psyche • Der Patient wirkt ausgeglichener, zufriedener und ist emotional belastbarer. Vielseitig einsetzbar ► Indikationen • Bei zentraler Koordinationsstörung im Säuglingsalter • Bei Bewegungsstörungen als Folge von Hirnschädigungen (Zerebralparesen) • Bei peripheren Lähmungen der Arme und Beine (z.B. Plexusparesen, Spina bifida u.a.) • Bei verschiedenen Muskelerkrankungen • Bei Erkrankungen und Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule, z.B. Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) • Bei orthopädisch relevanten Schädigungen der Schulter und der Arme, der Hüfte und der Beine – insbesondere im Wachstum • Zur Mitbehandlung von Fehlentwicklung der Hüfte (Hüftdysplasie/-luxation) • Bei Problemen der Atmungs-, Schluck- und Kaufunktionen ► Kontraindikationen • Akuten fieberhaften bzw. entzündlichen Erkrankungen • Speziellen Erkrankungen wie z.B. Glasknochenkrankheit • Bestimmten Herz- und Muskelerkrankungen Schwangerschaft zurück
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