Logopädie
Dyslalie:(Stammeln/Störung der Artikulation)
Einzelne Laute oder Lautverbindungen werden weggelassen („Bume“ statt „Blume“), durch andere ersetzt („grei“ statt „drei“) oder falsch gebildet. Eine häufige Form dieser falschen Lautbildungen ist das Lispeln (Sigmatismus), bei dem es sich um eine Fehlbildung des S-Lautes oder der Zischlaute handelt.
Dysarthrie:
Störung des Sprechens, der Stimme und/oder der Atmung in Folge von Erkrankungen und Schädigungen der zentralen Hirnnerven und - bahnen.
Rhinophonie :
(u.a. bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Segelspalten)
= Näseln
Das Näseln ist eine Störung des Stimmklanges: wenn beim Sprechen durch die Nase zuwenig Luft entweicht (wie bei starkem Schnupfen), spricht man von geschlossenem Näseln, wenn zuviel Luft entweicht vom offenen Näseln.
Sprechapraxie:
Beeinträchtigung der Fähigkeit Sprechbewegungen zeitlich und räumlich aufeinander abzustimmen.
Myofunktionelle Störung:
Fehlfunktion von Kau- Schluck- und Gesichtsmuskulatur. Steht oft im Zusammenhang mit Kiefer- und Zahnfehlstellungen, Lutschgewohnheiten und Dyslalien.
Alalie:
(Nicht Sprechen)
Ausbleibende Sprachentwicklung; eine extreme Form der Sprachentwicklungsstörung; das Kind beherrscht keine, bzw. sehr wenige Wörter.
Sprachentwicklungsverzögerung, -störung, -behinderung:
Eine Sprachentwicklungsverzögerung liegt dann vor, wenn alle sprachlichen Bereiche in ihrer Entwicklung zeitlich verzögert sind. Es wird angenommen, dass keine organischen Ursachen vorliegen.
Eine Sprachentwicklungsstörung liegt vor, wenn die folgenden Auffälligkeiten gemeinsam auftreten:
- Dyslalie,
- Dysgrammatismus,
- eingeschränkter Wortschatz und
- Sprachverständnisstörung.
Die Störung der vier einzelnen Auffälligkeiten kann sehr unterschiedlich stark sein. Der Entwicklungsrückstand der Sprache muss mindestens ein halbes Jahr betragen, dass man von einer Sprachentwicklungsverzögerung sprechen kann.
Im Unterschied dazu ist eine Sprachentwicklungsbehinderung eine durch Hirnschädigung bedingte kindliche Sprachentwicklungsstörung.
Entwicklungsdysphasie:
(auch zentral rezeptiv - expressive Sprachentwicklungsstörung)
Verspäteter Sprechbeginn ( häufig erst nach dem 3. Lebensjahr) bei normaler Intelligenz, normalem Hörvermögen und gutem Sprachverständnis.
Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen:
Veränderung der Höreindrücke und Störungen der Informationsverarbeitung in der zentralen Hörbahn bzw. der Großhirnrinde bei normalem Hörvermögen .Das Kind kann z.B. nicht heraushören ob ein Wort den Laut [m] oder [n] enthält, kann aus einer Fülle von Geräuschen nicht das für ihn Relevante (z.B. Stimme des Lehrers) herausfiltern, das Zuhören ist generell anstrengend und die Hörmerkspanne ist oft deutlich eingeschränkt...
Wortfindungsstörungen:
Das Kind kann in manchen Situationen einen ihm bekannten Begriff nicht mehr finden und spontan nennen („Ich weiß wie es heißt aber es fällt mir jetzt nicht ein“/ „Es liegt mir auf der Zunge!“).
Stottern:
(Redeflussstörung)
Hemmungen und Unterbrechungen der Kommunikation. Stottern kann sich zeigen als ein:
• Wiederholen von Lauten, Silben und/oder Wörtern
(Beispiele: d-d-d-d-der oder ge-ge-ge-gestern)
• Dehnen von Lauten (Beispiel: .aaaaber)
• Blockieren bzw. Pressen bei einem Laut (Beispiel: k...ein)
Poltern:
Störung des Sprechablaufes. Sie ist gekennzeichnet durch ein überhastetes, unregelmäßiges Sprechtempo und eine verwaschene Artikulation, bis zum „Verschlucken“ von ganzen Wörtern.
Kindliche Stimmstörungen:
Stimmstörungen äußern sich durch ständige Heiserkeit bis hin zur Stimmlosigkeit oder durch eine unnatürliche Stimmlage, z.B. eine sehr hohe oder sehr tiefe Stimme.
Definitionen in Anlehnung an: Logopädisches Handlexikon von Ulrike Franke; Sprachstörungen im Kindesalter von W. Wendlandt;
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